TENKIL:

Dämonisierung. Enthumanisierung. Diskriminierung, Volksverhetzung:

Kollektive Hassverbrechen in der Türkei.

 

 

  1. Juli 2016. Ein Putschversuch, der scheitert. Mehr als 200 Menschen verlieren ihr Leben. Ein Präsident, der den Putsch als ,,Gottes Segen“ bezeichnet. Die Hasstiraden und Enthumanisierung der Gülen inspirierten Menschen trägt seine Früchte: Präsident Erdogan beschuldigt noch in der gleichen Nacht die Bewegung- ohne Beweise, ohne Ermittlungen.

Die brauchte er auch nicht, da seine große Anhängerschaft aufgrund jahrelanger Diffamierung und Enthumanisierung bereit ist, dies zu glauben, und eine gesamte Bewegung zum ultimativen Sündenbock zu erklären.

Seine Anhänger, die nach dem Putschversuch von Erdogan täglich aufgefordert wurden auf die Straßen zu gehen, gingen dieser Aufforderung wochenlang nach. Gleichzeitig wurden die Vorwürfe und Beschuldigungen gegen die Hizmet-Engaggierten und Fetullah Gülen immer agressiver.

Die Folgen der Volksverhetzung und Gewaltaufrufungen gegen Hizmet-Engagierte:

Zwei Jahre später geht die Hexenjagd auf Hizmet Sympathisanten nicht nur in der Türkei auf brutalste Weise weiter, sondern auch in vielen unterschiedlichen Ländern. Die Übergriffe endeten nicht an türkischen Grenzen, zahlreiche illegale Enteignungen, Entführungen und Verhaftungen wurden durch den türkischen Geheimdienst, der zu diesem Zweck eine eigene Abteilung eingerichtet hat, geplant und durchgezogen.

 

Das Resultat:

Aufgrund ihrer ,,kollektiven Identität“

  • wurden 171252 Menschen die Freiheit geraubt,[i]
  • wurden 138148 Beamte suspendiert und vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen,
  • haben 4463 RichterInnen und StaatsanwältInnen  ihren Job verloren,
  • wurden 8271 AkademikerInnen entlassen,
  • wurden insgesamt 003 Bildungseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Studentenwohnheime und Universitäten geschlossen.[ii]

 

Die Hexenjagd auf die Bewegung um Gülen

Die Volksverhetzung  in Erdogans Türkei

 

 

,,Wir werden sie so hart bestrafen, dass sie flehen werden:

 ,Lasst uns sterben, damit wir erlöst werden.’ Wir werden sie zwingen, uns anzuflehen. Wir werden sie in so tiefe Löcher werfen, dass sie kein Sonnenlicht mehr sehen, solange sie atmen. ,Tötet uns’, werden sie uns anflehen. Selbst wenn wir sie hinrichteten, fände mein Herz keinen Frieden. Sie werden in zwei Quadratmeter großen Löchern sterben wie Kanalratten.“

 

Nihat Zeybekci, Wirtschaftsminister der Türkei[iii]

 

,,Aufgrund des Ausnahmezustandes wird sich niemand um dich kümmern, wenn ich dich erschieße. Ich werde sagen: ,Ich erschoss ihn, weil er versucht hat zu fliehen.’ Von hier wirst du es nicht lebend rausschaffen! Wir haben noch 30 Tage!“

 

Polizist zu einem Festgenommenen[iv]

 

 

,,Rechtliche, verwaltungsrechtliche, finanzielle und strafrechtliche Verbindlichkeiten ergeben sich nicht für Personen, die Beschlüsse und Ihre Pflichten im Rahmen der außerordentlichen Zustands gefasst und erfüllt haben, unabhängig davon, welche Art von Verbrechen sie begangen haben.“

 

Begründung des Staatsanwaltes Esref Aktas, der die Untersuchung Folter- und Misshandlungsvorwürfe eines Inhaftierten ablehnte[v]

 

 

 

 

[i] 115827 Menschen wurden in Untersuchungshaft genommen, 55425 Menschen inhaftiert. Stand 9. Juli 2017

[ii] https://turkeypurge.com/

[iii] http://www.sueddeutsche.de/kultur/tuerkisches-tagebuch-xiii-sie-werden-sterben-wie-kanalratten-1.3102899

[iv] Human Rights Watch A Blank Check, Turkey´s Post-Coup Suspension of Safeguards against Torture

[v] Stockholm Center for Freedom, Mass Torture and Ill-Treatment in Turkey